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210317

Vergleichen lohnt sich beim Schmuckverkauf

RP Online 21.03.17: Viele Juweliere und Ankäufer locken mit Angeboten. Wir haben getestet, wie seriös die Händler beim Ankauf von Schmuck sind.
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Wir wollen es genau wissen, machen den Test und besuchen Goldschmiedin Anke Plöger. Bei ihr geben wir uns als Reporter zu erkennen, sie soll eine erste Einschätzung abgeben zu den Schmuckstücken. Plöger empfiehlt, verschiedene Angebote einzuholen und zu vergleichen. „Und niemals den Schmuck irgendwohin schicken“, sagt sie. Zwei Goldketten, eine Perlenkette, ein Ring, eine goldene Brosche mit Steinen und Zahngold haben wir mitgebracht.

Für die Goldketten würde Plöger den aktuellen Goldpreis zahlen (22,47 Euro für ein Gramm 750er Gold und 17,63 Euro für 585er Gold), die Brosche sei schon schwieriger. Handgemacht sei sie zwar, aus den 1960ern, „die Steine würde ich aber rausarbeiten und dem Kunden zurückgeben“, sagt sie. Den Rest einschmelzen. Keine neun Gramm würden dann noch bleiben. Perlen kauft Plöger überhaupt nicht an, „auch wenn die Kette ganz gut verarbeitet ist“. Der Ring dagegen sei schon interessanter, „obwohl unsere Großväter oft sehr sparsam waren“, warnt Anke Plöger. Einige Male sei es passiert, dass die Oma 40 Jahre lang dachte, sie trägt einen dicken Klunker am Finger und am Ende stellten die Enkel fest, er ist gar nicht so viel wert wie gedacht. Das Zahngold schließlich ist ganz uninteressant für die Goldschmiedin, „die Zahnärzte mischen da ganz unterschiedliche Sachen bei“.
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In jedem Fall sollte der Kunde sich die Zeit nehmen, verschiedene Angebote einzuholen und den Schmuck dort verkaufen, wo er sich wohlgefühlt hat. Beratung ist wichtig und die Zeit, die sich der potenzielle Ankäufer genommen hat. Unbedingt vorher den aktuellen Goldkurs checken, und auch wenn es schmerzt: „Man meint immer, der Schmuck ist unheimlich viel wert“, sagt Anke Plöger. Oft seien es aber nur die persönlichen Erinnerungen, die einen Ring oder eine Kette oder eine Uhr so wertvoll machen. Wer sein Geld in Gold anlegen will, der sollte das nicht mit Schmuck tun, sobald dieser verarbeitet ist, verliert er an Wert. „Lieber in Goldbarren investieren“, sagt Plöger. Die nehmen auch viele Banken in Zahlung.

Quelle: RP Online